Woher der Hausvorteil kommt
Drei Live-Spiele, drei Rechnungen – und eines, für das es keine einzelne Zahl gibt.
Am Live-Tisch dreht ein Mensch das Rad. Gerechnet wird trotzdem wie vorher.
Ein Live-Tisch überträgt einen echten Kessel und einen echten Schlitten per Video. Was sich dadurch ändert, ist der Eindruck, nicht die Rechnung: Die Gewinnchance steckt in der Anzahl der Fächer und in der Auszahlungstabelle, und beide sind dieselben wie am Automaten. Diese Seite rechnet sie vor, statt sie zu behaupten.
Beim europäischen Kessel gewinnen achtzehn Fächer, neunzehn verlieren.
Eine einfache Chance wie Rot zahlt eins zu eins. Von den siebenunddreißig Fächern sind achtzehn rot, achtzehn schwarz und eines grün. Die Null gehört keiner Farbe, kostet den Einsatz aber trotzdem. Damit stehen achtzehn gewinnende Fächer neunzehn verlierenden gegenüber, und genau diese eine Zahl Unterschied ist der ganze Vorteil.
Ein Siebenunddreißigstel. Geprüft an simulierten Coups aus derselben Seite.
Aus achtzehn zu neunzehn folgt der Erwartungswert unmittelbar: pro Einsatz geht ein Siebenunddreißigstel verloren. Das ist keine Schätzung und keine fremde Angabe, sondern eine Division. Zur Gegenprobe dreht diese Seite den Kessel viele Male mit einem festen Startwert und vergleicht das Ergebnis mit dem exakten Wert. Die Abweichung steht daneben.
Beim Baccara entscheidet kein Spieler, sondern ein Tableau.
Punto Banco kennt keine Entscheidung am Tisch. Ob eine dritte Karte kommt, steht in einem festen Tableau: Der Spieler zieht bis fünf, die Bank richtet sich danach, welche Karte der Spieler gezogen hat. Dieses Tableau ist hier Regel für Regel abgebildet; die gelben Felder sind die, in denen die Bank zieht.
Die Bank gewinnt öfter. Die Kommission von fünf Prozent ist der Grund dafür.
Weil die Bank zuletzt zieht und auf die Karte des Spielers reagieren darf, gewinnt sie etwas häufiger. Das Haus gibt diesen Vorsprung nicht her, sondern behält auf jeden Bankgewinn eine Kommission ein. Fünf Prozent sind dabei die übliche Vereinbarung und keine Naturkonstante – mit einem anderen Satz verschiebt sich die Rechnung sofort.
Für Blackjack steht hier keine Zahl. Jede einzelne wäre die Zahl eines Tisches.
Beim Blackjack hängt der Hausvorteil nicht allein an den Regeln, sondern auch daran, wie gut gespielt wird. Zahl der Decks, ob die Bank auf Soft siebzehn zieht, ob nach dem Teilen verdoppelt werden darf, ob es Surrender gibt: Jede dieser Regeln verschiebt das Ergebnis. Eine einzelne Prozentzahl wäre deshalb eine Aussage über genau einen Tisch.
Deshalb zählt der Umsatz an Tischen oft nur zu einem Bruchteil.
Wer einen Bonus umsetzen will, trifft hier auf den Grund für die Gewichtung: Je kleiner der Hausvorteil, desto weniger verdient ein Anbieter an jedem umgesetzten Euro. Automaten zählen deshalb meist voll, Tischspiele nur anteilig und manche gar nicht. Welche Quote gilt, steht in den Bonusbedingungen des jeweiligen Anbieters.
Quellen: Spielregeln des europäischen Roulettes (Kesselordnung, Auszahlungen) · Ziehungstableau des Baccara (Punto Banco)